BUND Kreisverband
Groß-Gerau

Wir stellen vor: DIE ÖKOMODELLREGION SÜD

04. Februar 2021

Auch Südhessen wie das ganze Land ist jetzt eine Ökomodellregion. Der BUND begrüßt Idee und Praxis.

Michael Rothkegel, Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kommentiert:

Es ist sehr erfreulich, dass alle hessischen Landkreise nun Ökomodellregion sind. Der ökologische Landbau, der für den BUND das Leitbild für die Landwirtschaft ist, bekommt dadurch zusätzlichen Schub. Die Nachfrage nach Biolebensmitteln auch im Rhein-Main-Gebiet ist größer als das Angebot, was zur Folge hat, dass Biolebensmittel zum Teil über weite Strecken importiert werden. Dass in den Ökomodellregionen Projekte und Maßnahmen gefördert werden, um den Anteil an ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln weiter zu erhöhen, begrüßen wir.“

Der Vorstand des BUND im Kreis Groß-Gerau möchte die Ökomodellregion auf seiner Website mit einem Text vorstellen, der uns freundlicherweise überlassen wurde. Wir freuen uns besonders, dass unser BUND-Mitglied Robert von Klitzing einer der Projektmanager im Team der ÖMR-SÜD geworden ist.

„Die Ökolandbau Modellregion Süd umschließt einen großen Teil Südhessens und setzt sich seit 2021 aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, dem Odenwaldkreis, dem Kreis Bergstraße, dem Kreis Groß-Gerau und der Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen. Aktuell leben über eine Million Menschen im Projektgebiet.

Naturräumlich umfasst das Projektgebiet einen kleinen Teil des Rhein-Main-Tieflands sowie Teile des nördlichen Oberrheintieflands und des Hessisch-Fränkischen Berglands. Im Westen der Ökomodellregion befindet sich der Großteil der fruchtbaren Böden. Dementsprechend wird die Landwirtschaft entlang der hessischen Rheinebene durch Ackerbau und den Anbau von Sonderkulturen wie Gemüse, Erdbeeren und Spargel geprägt. Zudem bietet sich der Bereich der hessischen Bergstraße durch seine warmen Hangzonen sehr für den ausgedehnten Wein- und Obstanbau an und wird entsprechend genutzt. Die natürlichen Standortbedingungen im Odenwald und dem östlichen Teil des Landkreises Darmstadt-Dieburg begünstigen vor allem die Grünlandwirtschaft mit Tierhaltung.

Insgesamt bietet die Region günstige Bedingungen für eine vielfältige Landwirtschaft. Viele Betriebe setzten schon früh auf Diversifizierung wie Hofläden, Urlaub auf dem Bauernhof, Obstkelterei, etc. Neben den „klassischen Ackerkulturen" erfolgt der Anbau von zahlreichen Sonderkulturen wie z.B. Heil- und Gewürzpflanzen, Feingemüse, Erdbeeren, Tafelobst und Wein. In der gesamten Region werden schon heute mehr als 50 verschiedene Ackerkulturen angebaut.

Darüber hinaus ist die Region ein bedeutender Trinkwasserlieferant für das Rhein-Main-Gebiet und trägt eine hohe Verantwortung für eine gute Grundwasserqualität. Da, neben geologischen Eigenschaften, auch die Landwirtschaft einen nachgewiesenen Einfluss auf die Grundwasserqualität hat, setzt die Modellregion einen hohen Wert auf die Förderung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung.

In der Region Südhessen ist eine hohe Nachfrage nach gesunden und ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln vorhanden. Insbesondere das dicht besiedelte Gebiet der Wissenschaftsstadt Darmstadt bietet große Potentiale für den Vertrieb von regional erzeugten ökologischen Produkten.

Der Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe liegt in dem Projektgebiet Süd noch unter dem hessischen Landesdurchschnitt. Laut der Agrarstrukturerhebung des Hessischen Statistischen Landesamts lag die Zahl im Jahr 2016 mit 125 Öko-Betrieben noch bei ca. 6,8 % der Gesamtbetriebe. Unsere Erfahrungswerte haben jedoch gezeigt, dass die Zahl kontinuierlich steigt und es viele umstellungsinteressierte Landwirte in der Modellregion gibt.

Ziel der Ökomodellregion Süd ist neben der Ausweitung der ökologischen Produktion gleichzeitig die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten. Zusätzlich soll der gesteigerten Sensibilität der Verbraucher in Bezug auf Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter biologischer Produkte zielgerichtet begegnet werden.

 

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Seite der ÖMR:

www.oekomodellregionen-hessen.de/region/sued

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