Willkommen bei den Bio-Walnüssen!

31. August 2026

Bio Walnussplantagen mit Zwischenbepflanzung, Riednuss (Foto Ulla Blohberger)

Spannende  Besichtigung eines Bio-Betriebs im Hessischen Ried

Eingeladen hatte der BUND Kreisverband Groß-Gerau.

Im Rahmen einer öffentlichen Führung des BUND Kreisverband Groß-Gerau stapften 20 Teilnehmer:innen trotz Gluthitze durch ausgedehnte Walnussbaumreihen und lauschten interessiert den Ausführungen des Plantagenbetreibers. Hier auf dem Biebesheimer Auenhof hatte sich Gastgeber Frank Flasche mit seiner Frau Christine Straub vor 2 Jahrzehnten zum biologischen Anbau von Walnüssen entschieden und mit der Gründung des Betriebs Lochwald-Riednuss begonnen. Schon lange ist dem forstwirtschaftlich und agrarökologisch ausgebildeten Ehepaar klar geworden, dass Streuobstwiesen und der traditionelle Anbau von Feldfrüchten in dieser Region wenig Zukunft haben. Denn der hessische Südkreis ist vom Klimawandel durch Hitze und Dürre besonders stark betroffen und das Grundwasser sinkt bedrohlich weiter ab. „Wälder und die für Biodiversität besonders wertvollen Streuobstwiesen gehen hier alle kaputt“, sorgt sich der Walnuss-Farmer..

Walnussbäume sind Klimahelden - mit „Wahnsinns-Wasserfußabdruck“!

Warum aber als Alternative Walnussbäume? Frank Flasche erklärte, dass die Walnuss als Tiefwurzlerin mit ihren Speicherwurzeln bis zu 5m tief in die für sie gut geeigneten, aber sehr trockenen Sandböden hinabreichen. Sie können sich auch bei prekärem Grundwasserstand in der Regel gut versorgen. „Die Walnuss ist top prädestiniert für diese Region. Doch gegen extreme Klimaerhitzung ist auch sie nicht immun“. Auch deshalb müssten die klimarobusten Bäume zur Ausbildung von Früchten gewässert werden, ca. alle 10 Tage mit jeweils 80 Litern Wasser pro Baum. Das sei nicht viel, denn im Monat sei dies nur so viel Wasser, wie eine Acker- Beregnungsanlage in 1 Std. verbraucht. „Der Wasserfußabdruck der Walnuss ist also wahnsinnig gut!“, kommentierte eine Besucherin.

„Haltung statt Business“ - Nachhaltiges Motto des Unternehmerpaars!

Frank Flasche bewirtschaftet mit Frau und Mitarbeitern eine Anbaufläche von 12 Hektar nach den Kriterien des EU Bio Standards. Ihre Aktivitäten umfassen den Handel von Walnüssen sowie Produkte der Weiterverarbeitung, eine Baumschule, Betriebsberatungen und Schulungen und den Verkauf von Maschinen. Alles auch klimafachlich untermauert. Auch wenn die auf verschiedenen Unterlagen veredelten Bäume, z.B. auf der Schwarznuss, bezüglich Höhenwuchs und Lebensdauer gegenüber Wildlingen nicht punkten können, sei der Ertrag von jährlich 10 Tonnen, die hohe Bio-Qualität und der damit einhergehende gesundheitliche Nährwert der Walnüsse entscheidend.

Auch für ihr nachhaltiges unternehmerisches Motto: „Haltung statt Business“ verlieh der BUND Kreisverband Groß-Gerau im Jahr 2021 dem Ehepaar Flasche-Straub die Umwelteule für besonders umweltfreundliches und beispielgebendes Engagement.

Aktuelles Klimaprojekt auf der Plantage: Drei  Wasserstellen für Wildtiere!

Nach Abschluss der Betriebsbesichtigung in der Maschinen- und Produktionshalle zeigten sich die Teilnehmenden vom sehr informativen und leidenschaftlichen Vortrag des Unternehmers sehr angetan und griffen bei den von Christine Straub und ihrer Mutter zum Verkauf angebotenen Walnussprodukten kräftig zu.

Anwesende BUND-Vorstandsmitglieder bedankten sich für die freundliche Einladung und Bewirtung und überreichten für das aktuelle Projekt "Wasserstellen für Tiere" eine Geldspende. Hierbei geht es um die Einrichtung von drei größeren Wasserstellen, damit die zahlreichen Wildtiere auf Plantage und angrenzendem Gelände gerade in Heißzeiten mit Wasser versorgt werden können.


Text: Jutta Stern
 

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