Opelgelände Rüsselsheim
(Foto: Beatrice Menges)
Pressemitteilung vom 26.08.2025:
Der BUND Kreisverband Groß-Gerau hat fristgerecht Stellungnahmen zu drei aktuellen Bebauungsplanverfahren in Rüsselsheim eingereicht: Nr. 152 „Mainzer Straße Nord“, Nr. 153 „Mainzer Straße Süd“ und Nr. 157 „Rugbyring West“. Die betroffenen Flächen liegen im Bereich der ehemaligen Opel-Standorte und bilden künftig zentrale Gewerbe- und Industriegebiete am Stadteingang.
„Gerade diese Areale sind derzeit stark versiegelt und tragen erheblich zur Hitzebelastung in Rüsselsheim bei“, erklärt der Kreisverband. „Die Stadt hat nun die einmalige Chance, diese Flächen klima- und naturnaher zu gestalten. Jede zusätzliche Begrünung wirkt sich direkt positiv auf das Mikroklima aus – und kommt damit nicht nur den Beschäftigten in den Gewerbegebieten, sondern auch den Anwohnerinnen und Anwohnern der angrenzenden Wohngebiete zugute.“
In den Stellungnahmen fordert der BUND unter anderem:
- eine Reduzierung der Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8 auf 0,7, um mehr Raum für Grünflächen, Bäume und Regenwassermanagement zu schaffen,
- verbindliche Vorgaben für Dach- und Fassadenbegrünungen, möglichst in Kombination mit Photovoltaikanlagen,
- ein integriertes Regenwasserkonzept mit Retentionsdächern, Verdunstungssystemen und – wo die Bodenbeschaffenheit es zulässt – dezentraler Versickerung,
- klare Pflanzgebote, etwa ein Großbaum pro 250 m² unversiegelter Fläche bzw. je vier Stellplätze,
- Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt, darunter Blühwiesen, Hecken, Saumbiotope und gebäudeintegrierte Nist- und Quartierhilfen
- sowie die Vermeidung von Vogelschlag durch geeignete Fassadengestaltung und die Reduzierung von Lichtemissionen durch insektenfreundliche Beleuchtung.
Der BUND verweist zudem auf die Leitlinien des Umweltbundesamts für klimaangepasste Gewerbestandorte sowie die Broschüre „Nachhaltige Gewerbegebiete – naturnah und an den Klimawandel angepasst“ des Landes Hessen. Beide zeigen konkrete Möglichkeiten auf, wie Gewerbestandorte so entwickelt werden können, dass sie zum Klimaschutz beitragen, Hitzebelastungen abmildern und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität verbessern.
„Die Stadt Rüsselsheim steht vor einer wichtigen Weichenstellung“, so der BUND Kreisverband.
„Ein Gewerbegebiet von gestern – mit maximaler Versiegelung und minimalem Grün – darf es hier nicht mehr geben. Stattdessen brauchen wir klimaangepasste, nachhaltige Gewerbestandorte, die Vorbildcharakter haben. Nur so lassen sich die Folgen der zunehmenden Hitzebelastung mindern und die Lebensqualität für die Bevölkerung verbessern.“
Der BUND regt an, dass die genannten Aspekte spätestens zur förmlichen Beteiligung (§ 3 Abs. 2 und § 4 Abs. 2 BauGB) verbindlich in die Planungen aufgenommen werden.
Text: Beatrice Menges