Eselswiese Rüsselsheim (Foto: Beatrice Menges)
Pressemitteilung vom 07.04. 2026
Der BUND Kreisverband Groß-Gerau bekräftigt seine Kritik am geplanten Neubaugebiet „Eselswiese“ in Rüsselsheim-Bauschheim. Im Rahmen der laufenden Offenlage bereitet der Verband derzeit seine Stellungnahme vor und sieht weiterhin erheblichen Klärungsbedarf in zentralen Fragen der Planung.
Bereits im Vorfeld hatte sich der BUND kritisch zu dem Vorhaben geäußert und insbesondere Defizite beim Artenschutz sowie bei der Prüfung von Alternativen benannt. Nach Auswertung der aktuellen Unterlagen sind diese Punkte aus Sicht des Verbands weiterhin nicht ausreichend geklärt.
„Wir haben uns die Planunterlagen und Gutachten intensiv angesehen. Gerade beim Artenschutz bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten. Es ist derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit erkennbar, dass artenschutzrechtliche Konflikte ausgeschlossen werden können“, erklärt der Kreisverband.
Betroffen sind unter anderem Arten wie die Feldlerche, die auf offene Agrarlandschaften angewiesen ist, sowie die streng geschützte Zauneidechse. „Gerade bei diesen Arten kommt es entscheidend darauf an, dass ihre Lebensräume erhalten bleiben oder funktional ersetzt werden können. Ob dies hier tatsächlich gewährleistet ist, sehen wir derzeit nicht ausreichend belegt“, so der Verband.
Auch bei der Alternativenprüfung sieht der BUND weiterhin deutliche Defizite. Trotz vorhandener Innenentwicklungspotenziale und großer Konversionsflächen – insbesondere auf den ehemaligen Opel-Flächen im Stadtgebiet – fehlt aus Sicht des Verbands eine nachvollziehbare und aktuelle Gegenüberstellung dieser Flächen mit der geplanten Entwicklung im Außenbereich. „Bevor landwirtschaftliche Flächen in dieser Größenordnung in Anspruch genommen werden, müssen vorhandene Flächen im Stadtgebiet ernsthaft und vergleichend geprüft werden“, so der Verband weiter.
Darüber hinaus weist der BUND auf die besondere Bedeutung der Eselswiese als zusammenhängenden Freiraum hin. Die Fläche erfüllt wichtige Funktionen für Natur und Landschaft, bietet Lebensräume für verschiedene Arten und trägt zur klimatischen Entlastung angrenzender Siedlungsbereiche bei, etwa durch Kaltluftentstehung und Durchlüftung.
Der Verband wird seine Stellungnahme fristgerecht einreichen und die angesprochenen Punkte darin detailliert darlegen.
Im Rahmen der Offenlage können auch Bürgerinnen und Bürger eigene Stellungnahmen einreichen und sich am Verfahren beteiligen. Der BUND würde es begrüßen, wenn möglichst viele Menschen diese Möglichkeit nutzen und ihre Perspektive einbringen.
Um die Bedeutung der Fläche für die Öffentlichkeit anschaulich zu machen, plant der BUND Kreisverband Groß-Gerau zudem eine Vor-Ort-Begehung. Dabei sollen interessierte Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort über die ökologischen Funktionen der Fläche und die Auswirkungen der geplanten Bebauung informiert werden.