BUND Kreisverband
Groß-Gerau

BUND-Kreisverband GG zum Weltwassertag 2021: "Den „Wert des Wassers“ schätzen und handeln!

28. März 2021 | Naturschutz, Meere

Der diesjährige Weltwassertag am 22.März stand unter dem Motto: „Der Wert des Wassers“. Damit rufen die Vereinten Nationen Menschen dazu auf, die begrenzte Ressource Wasser mit ihrer enormen Ökosystemleistung verstärkt zu schätzen und vor Verschmutzung und Übernutzung zu schützen.

Auch der BUND im Kreisverband GG macht sich große Sorgen um die Zukunft des Wassers in der Region, z.B. im hessischen Ried und im Vogelsberg. Von dort werden weiterhin Millionen Kubikmeter Grundwasser den bereits trockengestressten Wäldern und Gemarkungen entzogen und in die Metropolregion abgepumpt. Und dies, obwohl Konzepte zur besseren Lösung des Eigenbedarfs der Stadt Frankfurt vorlägen. Hiergegen klagen Landesverband und die Kreisverbände Groß-Gerau und Bergstraße nunmehr in zweiter Instanz vor Gericht. Die Landesregierung "müsse nun endlich der Beschlusslage des Hessischen Landtags vom 28.06.2016 (Drucksache19/3539) zur Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Waldsanierung vom 12.03.2015“ entsprechen und diese umsetzen", so BUND Landesvorsitzender Jörg Nitsch.

Die Problemstellungen rund um das kostbare Lebensgut Wasser sind sehr vielschichtig. In allen Landkreisen ruft der BUND deshalb Politik, Gewerbe, Landwirtschaft und Verbraucher zu einem schonenden und nachhaltigen Umgang mit Wasser auf. Angesichts der galoppierenden Klimaerhitzung ist darüberhinaus mit zukünftigen schweren Wassermangelsituationen zu rechnen."Die Klimakrise ist auch eine Wasserkrise", betont Gerhart Thallmeyer, Mitglied der BUND Wasser. Deshalb müssen kluge Strategien zu Klimaanpassung und nachhaltigem Wassermanagement überlegt und umgesetzt werden, um der erwartbaren Wasserknappheit zu begegnen“

Kreisvorstandssprecherin Jutta Stern erläutert dies näher: „Das beginnt z.B. damit, dass politische Entscheider, Verwaltungen und Klimaschutzbeauftragte vermehrt Maßnahmen zugunsten einer bessere Wasserbilanz in den Städten und Gemeinden ergreifen. Alle Maßnahmen zur Begrünung, Verschattung, Kühlung, Verdunstung und Schadstoffbindung führen in der sommerlichen Stadt zur Erleichterung. Neben ihrer Funktion als Klimainseln fungieren sie aber auch hervorragend zur Wasserspeicherung. Das können sein: Begrünte Dach- und Parkflächen, vertikale Gärten an Fassaden, naturnahe Privatgärten, Gemeinschaftsgärten, mobile Pflanztheken.Andernorts setzt man beispielsweise bereits Technologien des Modells der „Schwammstadt“ um. Nach dem Vorbild des Schwamms kann die „Schwammstadt“ auftreffendes Niederschlagswasser besser aufsaugen,also zurückhalten und im Boden speichern und nutzen. Bauliche und gärtnerische Techniken wie bepflanzte Mulden und Rückhaltebecken (Wassergärten) vertiefte Baumrigolen, Zisternen, wasserdurchlässige Straßenbelege und Pflaster u.ä. verlangsamen die Versickerung des Niederschlagwassers. Damit ist es möglich, schnelle Abflüsse in die bei Starkregen überforderte Kanalisation zu verringern“. BUND-Sprecher Reinhard Seiler verweist überdies auf Systeme intelligenter Brauch- und Grauwassernutzung in Neubaugebieten.

Für die Landwirtschaft wünscht sich der BUND u.a. die Einführung wassersparender Beregnungsverfahren mit finanzieller Förderung. Drainagen könnten so umgebaut werden, dass Speicherung in Wasserrückhaltebecken möglich würde. Nach Ansicht von Kreisvorstandsfrau Gutta Dreyer wird der Wasserrückhalt der Böden überdies gesteigert durch naturnahe und vorsichtig-konservierende Bodenbearbeitung. Aber auch durch ganzjährige Begrünung oder Bepflanzung. „Die Auswahl anzubauender Sorten sollte sich auch nach deren Wasserbedarf richten, was z.B. Mais ausschließt. Überdimensionierte und nahezu ganzjährig ausgebrachte Plastikbahnen sollten auch deshalb nicht weiter zugelassen werden!“

Die Mitglieder des Kreisvorstands sehen beim Wasserfußabdruck aber auch die Verbraucher in der Pflicht. Jutta Stern verweist auf Werbekampagnen zum Wassersparen z.B. in Frankfurt in den 70ern. „Das hat die Leute mitgenommen. Es ist zu wünschen, dass unsere Gemeinden mehr als bisher darauf setzen ökologisches Wissen zu vermitteln und dabei vielleicht auch Kenntnisse zur Wasserersparnis in Haushalt und Garten an die Bürger weiterleiten.“

Der Weltwassertag stand im Zusammenhang mit der UN-Welt-Wasser-Dekade „Water for Life“ 2O18-2O28 und war ausgerichtet auf das 6. globale Nachhaltigkeitsziel: dem Zugang aller Menschen zu sauberem Trinkwasser und effizienter Sanitärversorgung.

Wenn auch im international vergleichbar geringen Maßstab sieht der BUND auch hier beginnende Probleme bei der Versorgung von gesundem und bezahlbarem Trinkwasser. „Obwohl es beschlossene Wasserbewirtschaftungspläne und ein Verbesserungsgebot nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gibt, ist es den Verwaltungen bisher nicht gelungen, unsere Gewässerkörper von Schadstoffen vollständig zu reinigen. Deshalb setzen wir uns im Abwassermanagement überall für die 4. Reinigungsstufe ein,“ erklärt Reinhard Seiler.

Der BUND befürchtet bei fortschreitenden Dürreperioden und steigenden Wasserentnahmen eine gefährliche Übernutzung des Grundwassers. "Möglicherweise kommt es zu Wassernutzungskonflikten zwischen Trinkwasserversorgung, landwirtschaftlicher und gewerblicher Wasserentnahme. Müssen dann Nutzungsprioritäten ausgehandelt werden?“ fragen sich die Mitglieder der BUND Wasser-AG.


SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen | BMU

https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall-boden/binnengewaesser/gewaesserschutzpolitik/international/weltwassertag-am-22-maerz-2021/

Weltwassertag am 22. März | Hess. Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (hessen.de)

Neun Empfehlungen für den guten Zustand unserer Gewässer | Umweltbundesamt

https://www.bund-hessen.de/pm/news/tag-des-wasser-der-stete-tropfen-versiegt-bund-warnt-drohende-wasserknappheit-erfordert-entschiedenes-handeln/

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