Eichenfällaktion im NSG Sauerbruch

Es ist nicht zu fassen, jetzt macht auch die Motorsäge nicht halt vor den letzten Rückzugsgebieten der Natur. Gerade das Naturschutzgebiet "Sauergrund" steht unter besonderem Schutz gerade wegen der alten Eichen, die aus ökologischer Sicht besonders wertvoll sind, da sie vielen Tieren eine Lebensgrundlage bieten. Der Mittelspecht baut seine Wohnung in ca 200 jährige Eichen. Laut wikipedia ist es schon von alters her den Menschen aufgefallen, dass Eichen eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten beherbergen (bis zu 1000 Arten in einer Krone).

In Naturschutzgebieten gelten besonders strenge Regeln, die Natur soll Vorrang haben vor allen anderen Interessen. Laut Verordnung des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, Pflanzen der besonders geschützten Art, und das sind gerade die Eichen, zu entnehmen und zu verkaufen. Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten muß gesichert sein. Erhaltung naturnaher und strukturreicher Bestände mit stehendem und liegendem Totholz, in unterschiedlichen Entwicklungsphasen,  das sind die  Erhaltensziele dieses Gebiets. Holz, aus pflegerischen Gründen geschnitten, muß liegen bleiben, denn selbst Totholz bietet vielen Käfern und Kleinstlebewesen eine Lebensgrundlage. Hier durften die  Bäume nicht liegen bleiben, denn an den Schleifspuren ist deutlich erkennbar, das sie auch mitten aus dem Gebiet, weit genug entfernt von der stark frequentiereten Mönchbruchschneise, wo sie einem Spaziergänger auf den Kopf fallen könnten, herausgezogen wurden und fein säuberlich an den Rand gelegt, damit sie ganz schnell abgefahren werden können.

Anhand der liegengebliebenen Kronen waren nur wenige Eichen verkehrgefährdend. Die mitten im Bestand gefällten Bäume beeinträchtigten augenscheinlich andere Exemplare nicht.

Die geernteten Stämme sind feinstes Eichenholz das bestimmt einen hohen Preis erzielt - auf Kosten der Natur. Hier bestimmten wirschaftliche Interessen das Handeln des Forstamts und nicht die Natur.

aktualisiert am: 30.03.2014

Groß-Gerau

Artikel im Gerauer-Echo "Eichenfällaktion im Sauerbruch"