BUND Baumpflanzung am 24.11.18 im Rödergewann

In angespannter Erwartung der weiteren Wetterlage nach frühmorgendlichem Nieselregen trafen sich doch 8 zupackende BUNDler und Freunde: Die Ausfälle durch die Dürre des Sommers und altersbedingte Anfälligkeit galt es durch Neupflanzung wettzumachen. „Extrem nährstoffarmer Sandboden, ein Vorgeschmack auf die Klimakatastrophe und entsprechende Anfälligkeit der Bäume zwingen uns zu Nachpflanzungen“, berichtete Vorstandsmitglied Herbert A Debus. Der 85-jährige Senior im Vorstand, Herbert Zang, ergänzte: „Hätte Dirk Kieselstein nicht in einem fast Dauereinsatz diesen Sommer gewässert, sähe es noch schlimmer aus.“ Kieselstein sei nicht nur Schatzmeister, sondern auch der hervorragende Organisator und bis ins Detail kompetente Vorbereiter dieser Pflanzung. Nach Beratung des Pomologen Nußbaum und von Herrn Dietrich von der Baumschule wurde widerstandsfähiger Rheinischer Bohnapfel und Trierischer Roter Weinapfel für Apfelweinproduktion gesetzt. Aber auch die Hauszwetsche für „Latwerje“, die traditionelle regionale Pflaumenmarmelade, Süßkirsche Regina und die „Gute Graue“ Birne wurden eingebracht, ergänzte Vorstand Wolfgang Dilfer.

Die BUND-Mitglieder verstünden diese Arbeit als einen kleinen aber wichtigen Beitrag im Kampf gegen die in der Dürre des Sommers sich abzeichnende Klimakatastrophe. Dagegen wird Boden in diesem FFH-Gebietstyp 2030 „Sandtrockenrasen“ offengehalten, um mit den CO2 umwandelnden Bäumen und anderen Gewächsen das Klimagas zu reduzieren und die Biodiversität zu bereichern. Wie Thorben Jaworr von der BUND Aktivgruppe allerdings hinzufügte, reiche das für die Klimawende nicht aus. Deshalb müsse neben Lebensveränderungen wie weniger oder keinem Fleischkonsum – Jaworr selbst ist Veganer – unbedingt die Energie-, Verkehrs- und Landwirtschaftswende hinzukommen. So sei die Pflanzung neben der Nützlichkeit für spätere Generation auch eine Demonstration, anders zwar, aber mit dem gleichen Ziel wie die großen Demonstrationen am 1.12. in Köln und Berlin, zu denen der BUND auf seiner Webseite in einem breiten Bündnis aufrufe.

Theorie und Politik beiseite, galt es die von Dirk Kieselstein mit einem geliehenen Kleinbagger zuvor ausgehobenen Pflanzlöcher zu füllen: auf eine Schicht Schafsmist von Schäfer Ben Klepps Herde, darüber Mutterboden in der Mitte, wurden die angeschnittenen Wurzeln vorsichtig aufgesetzt, mit Pflanzerde und dem Wurzelaktivator Myko-Aktiv umgeben. Dann flogen die Schippen mit dem Aushub, so dass Herbert Zang die eifrigen Helfer zu bremsen hatte: „Der Wurzelballen muss mit Wasser eingeschlämmt werden, sonst kommt Luft an die Wurzeln und der Baum geht kaputt.“ insistierte der erfahrene Senior. Schließlich wurden auch zwei aus Schnittgut der vom Ortsverband bekämpften invasiven Traubenkirsche angespitzten Pfosten mit der neuen Ramme des Ortsverbands zur Sicherung der Standfestigkeit der jungen Bäume eingeschlagen.

Mit Kaffee und „Riwwelkuche“ hatte Ulrich Raiß in der Tradition seiner Mutter Käthe die Gruppe versorgt, die sich dann nach einem Gespräch über die finanziellen und politischen Katastrophen zufrieden auf den Heimweg machte. „Und dann gewann auch noch die Eintracht. Was für ein Tag!“, hielt Albert Feger fest.

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aktualisiert am: 27.11.2018