Todesstoß für mehr als 1.000 Hektar Wald

Seit etwa 1965 sind im Hessischen Ried Großwasserwerke gebaut worden, um den rasant ansteigenden Wasserbedarf in der Wachstumsregion Süd­hessen zu decken. Die ökologischen Folgen wa­ren und sind fatal: Absen­kungen des Grundwasser­spiegels  bis zu 7 Meter unter Flurkante haben wertvolle Feuchtgebiete und Laub-Mischwälder verdorren lassen. Betroffen sind auf mehreren Tausend Hektar Fläche Buchen- und Eichenwälder, die als Schutzgebiete im Rang der Europäischen Gemeinschaft (FFH-Gebiete) zur Sicherung der Biodiversität unersetzlich sind. So z.B. der Gernsheimer Wald, der durch das von Hessenwasser betriebene Wasserwerk Allmendfeld schwer beeinträchtigt wird. Das Wasserwerk Jägersburg, Betreiber ist die Riedgruppe Ost;  liegt ebenfalls in der Nähe, gehört aber  zum Kreis Bergstraße.

Der BUND hat wiederholt kritisiert, dass mit dieser Form der Grundwasser­nutzung grundlegende Prinzipien einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen massiv verletzt werden.

Inzwischen hat das Hessische Umweltministerium eine seit Jahren geforderte Machbarkeitsstudie vorgelegt. Diese belegt, dass es möglich ist, durch Infiltration von aufbereitetem Rheinwasser die Grundwasserstände in den Wäldern anzuheben und gleichzeitig mit gezielten Maßnahmen Siedlungsflächen vor Kellervernässungen zu schützen. Um Chancen und Risiken für ein derartiges Projekt auszuloten, wurde in 2012 von Umweltministerin Puttrich ein Runder Tisch einberufen, an dem alle betroffenen Interessengruppen beteiligt sind, auch Mitglieder des BUND Landesvorstand sitzen mit am Tisch.

In 2012 wurde eine Erhöhung der Grundwasser-Förderung durch den Betreiber Riedgruppe-Ost um 3 Millionen Kubikmeter für das Wasserwerk Jägersburg beantragt und die Pläne offengelegt. Der Erörterungstermin fand im August 2012 statt. Der BUND Hessen hat Einwendungen dagegen erhoben.

In 2013 hat Hessenwasser eine Erhöhung der Födermenge um 5 Mio Kubikmeter Wasser pro Jahr beantragt, die Pläne lagen Mai/Juni aus. Selbstverständlich haben wir dagegen unseren Einwendungen vorgebracht. Diese Erhöhungen der Fördermenge sollen für die nächsten 30 Jahre gelten. Obwohl über den runden Tisch eine für alle Beteiligten einvernehmliche Lösung gesucht wird, ist der RP damit beschäftigt, die Genehmigung der Erhöhung der Grundwasserentnahme  zu erteilen.

Wenn dies eintritt, wird der Wald weiterhin geschädigt und damit der ökologisch wertvolle Bestand an sehr alten Eichen nach und nach absterben.

Der komplette Antrag (57 MB)

Stellungnahme des BUND LV Hessen (11 MB)

Weitere Informationen:

http://www.bund-hessen.de/themen_und_projekte/wasser/hessisches_ried/

aktualisiert am: 22.09.2015

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Chancen & Risiken der Waldentwicklung im Hessischen Ried