Erdölbohrung bei Crumstadt

Die Firma Rhein-Petroleum aus Heidelberg plant in der Nähe von Crumstadt nach Erdöl zu bohren. Bereits 1952 wurde im Ried Erdöl und Erdgas gefördert. 1994 wurde die Förderung eingestellt, weil sie zu unwirtschaftlich war. Im Naturschutzgebiet Kühkopf kann man noch eine typische Pferdekopf-Förderpumpe sehen, die dort als Industriedenkmal stehen geblieben ist, denn unter dem Kühkopf gibt es ebenfalls ein riesiges Erdöl-Reservoir. Eines der früheren Erdgasfelder wurde zu einem Erdgasspeicher umgerüstet und wird auch heute noch verwendet. Dabei wird Erdgas in das poröse Sandgestein gepresst.

Mit steigendem Ölpreis und knapper werdenden Ressourcen lohnt es sich, jetzt auch die letzten Ölreserven zu nutzen. Das Ölreservoir, das jetzt angezapft werden soll, liegt genau unterhalb des Erdgasspeichers und wird von der Seite aus angebohrt. Moderne Techniken ermöglichen, dass Felder auch von der Seite angezapft werden können.

Bei dieser Bohrung muss auch eine ca. 100m dicke grundwasserführende Schicht durchbohrt werden. Seitens der Rhein Petroleum wurde immer wieder betont, dass es sich hier um konventionelle Ölförderung handelt, auch der RP Darmstadt und das zuständige Bergamt haben dies betont. Das Fracking soll hier nicht zum Einsatz kommen. Für die Bohrung werden aber sogenannte Desinfektionsmittel eingesetzt. Diese Desinfektionsmittel sind notwendig, um das Bohrklein aus dem Bohrloch herauszuschpülen, aber auch um das restliche Öl für die Nutzung verfügbar zu machen. Insbesondere kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Stoffe ins Grundwasser gelangen können, wenn die Bohrung in die Nähe des Gasspeichers gelangt.

Eine der Kernforderungen des BUND lautet, weg von den fossilen Brennstoffen, hin zu den regenerativen Energien. Bei der Verbrennung dieser Stoffe entsteht Kohlendioxid. Die klimaschädigende Wirkung dieser Brennstoffe ist längst erwiesen und die Bundesregierung und das Land Hessen haben sich vepflichtet in den nächsten Jahren sich verstärkt dafür einzusetzen, dass der Kohlendioxid-Ausstoß verringert wird. Bei der Bohrung nach Erdöl und möglicherweise durch die Nähe zum Gasspeicher wird das schädliche Methan freigesetzt, das besonders den Treibhauseffekt unterstützt. Aus diesem Grund lehnen wir die Bohrung ab.

Pressemitteilung des Vorstandes KV GG

Antwort auf Kl. Anfrage v. Ursula Hamman (B90/Grüne)

aktualisiert am: 10.09.2014

Klima schützen!