Haselmaus-Population in Raunheim entdeckt

Nach dem Siebenschläfer und dem Gartenschläfer ist die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) die kleinste Gattung unserer Schlafmäuse. Sie ist nicht größer als ein erwachsener Daumen und steht streng unter Artenschutz. Die Haselmaus kommt in unseren Breiten noch im Taunus und Odenwald vor. Außerhalb dieser Bereiche war sie bisher hier nicht bekannt. Die Haselmaus ist ein sehr scheues, putziges Tier mit behaartem Schwanz. Sie hält sich zu 80% nur in den Baumkronen auf. Außerdem ist sie nachtaktiv, sodass man sie nur schwer zu Gesicht bekommt.

Nun hat der BUND OV Rüsselsheim/Raunheim den Hinweis bekommen, dass ein Vorkommen der Haselmaus vor einigen Jahren in Raunheim, in der Nähe der Raunheimer Anne-Frank-Schule entdeckt worden sei. Eine Kindergärtnerin des Waldkindergartens suchte ganz bewusst mit ihren Kindern nach aufgeknackten Haselnüssen. Man hatte Glück und fand eine Nussschale, die offenbar von einer Haselmaus aufgeknackt war. An den Biss-Spuren kann man unter dem Mikroskop eindeutig auf die Haselmaus oder andere Wildtiere schließen. Der Hessenforst hat damals die Spuren als die der Haselmaus bestätigt.

Dies nahm der BUND nun zum Anlass und hat am Fundort und dessen näherer Umgebung 10 Nistkästen aufgehängt, um der Haselmaus das Überleben leichter zu machen. Die Umgebung dort bietet eine recht gute Nahrungsgrundlage für die Maus. Man hofft nun auf positive Ergebnisse bei der jährlichen Kontrolle der Nistkästen.

aktualisiert am: 07.04.2016